Der Weltraum … Unendliche Weiten … In Star Trek Catan werden die Abenteuer des legendären Raumschiffs Enterprise mit denen der Siedler von Catan vereint. Es gilt eine Welt zu besiedeln, die noch nie zuvor besiedelt wurde.
Im Auftrag der Föderation erschließen die Spieler den Weltraum mit ihren Raumschiffen und bauen Raumstationen in der Nähe wertvoller Planeten. Dort bauen sie wichtige Rohstoffe wie das begehrte Dilithium ab. Doch auch andere Unternehmen sind im Auftrag der Föderation unterwegs. Es gilt also auf der Hut zu sein vor der Konkurrenz – und vor den Klingonen, die den Spielern das Leben schwer machen wollen. Doch mit Hilfe von Captain Kirk und Mr. Spock sollte es ein Leichtes sein, die Gegner in Schach zu halten.
Spielmaterial (Auszug): 19 Planetenfelder, 60 Raumschiffe, 28 Raumstationen, 1 Klingonenschiff, 95 Rohstoffkarten, 25 Entwicklungskarten, 10 Charakterkarten, 18 Zahlenchips, 2 Würfel, Spielanleitung, Almanach.
Für eingefleischte “Trekkies” und Kenner des Original-Spiels “Siedler von Catan” gleicht dieses Spiel der Entdeckung des Gamma-Quadranten und Captain Janeway gleichermaßen. Um diesen Vergleich für Nicht-Trekkies zu übersetzen, bedarf es der Synonyme “Licht” und “Schatten” – in gleicher Reihenfolge. Da die Spielregeln sich 1:1 an den Original-Regeln orientieren, kommt zunächst Freude auf. Die Benennung und Optik der Spielsteine, Karten und selbstverständlich auch des Brett-Layouts wurden komplett überarbeitet und sollen den Charme des Star-Trek-Universums widerspiegeln.
Erscheint ein Studium der Anleitung für Kenner von “Siedler von Catan” nicht notwendig, kann es für Neueinsteiger dennoch zu Verständigungsproblemen kommen. So werden die Raumstationen in der bebilderten Anleitung mit Sternchen gekennzeichnet, dessen Sinn sich unseren Test-Spielern ohne Vorkenntnisse nicht auf Anhieb erschlossen hatte. Und auch die verwendeten Rohstoffe sorgten für einen teilweise stockenden Spielverlauf. Aus den gehandelten Waren Holz, Lehm, Getreide, Erz und Schafe wurden nun Dilithium, Tritanium, Wasser, Sauerstoff und Nahrung. Straßen, Siedlungen und Städte sind nun Raumschiffe in Enterprise-Optik (NCC1701A) sowie kleine und große Raumstationen. Als Ersatz des Räubers dient ein kleiner grüner Klingonen-Kreuzer (Bird of Prey), was ebenso wie die Charakterkarten Aufschluss über die dargestellte Sternzeit gibt – in welcher die Klingonen noch erbitterte Feinde der Sternenflotte waren.
Auch wenn man als Spieler geneigt ist, der Umsetzung in gewisser Weise Respekt zu Zollen – zumal sich, vom Kinofilm einmal abgesehen, in der Star-Trek-Welt nicht allzuviel tut – können die lieblosen Plastikfiguren diesen Eindruck nicht bestätigen. Raumschiffe und Stationen sind schlecht entgratet und müssen zudem noch umständlich auf transparente Sockel gesteckt werden. Die Warp-Gondeln der Enterprise-Spielsteine sind zudem so filigran, dass sie bereits beim Auspacken vereinzelt abbrechen können. Da ein kleines Tütchen mit Ersatzteilen beiliegt, können solche kleinen “Unfälle” jedoch gleich beseitigt werden.
Die Charakterkarten dienen als Hilfekarten und sind ebenfalls aus der Original-Reihe bekannt. Hierbei wurde sowohl die bekannte Enterprise-Crew um Kirk und Spock als auch Nebencharaktere wie Janice Rand, Christine Chapel und Sarek – Spock´s Vater – verwendet. Rand und Chapel sind jedoch grafisch eher “angedeutet” und nur anhand des Namens zu identifizieren. Nett dabei ist die Tatsache, dass Majel Barrett (Dr. Christine Rand) als Ehefrau des Star Trek “Vaters” Gene Roddenberry in allen Star Trek Adaptionen mitspielte. Ihre wohl beeindruckendste Rolle hatte sie in der Rolle der Betasoidin Lwaxana Troi, die in Star Trek – Next Generation häufig für einmalige Auftritte sorgte.
Das Ziel des Spiels besteht darin, 10 Siegpunkte zu erreichen, was mit dem Star Trek Umfeld als Frischzellenkur auf jeden Fall Spaß macht. Abzüglich der wenig überzeugenden Spielsteine und den Schwächen der Anleitung ist das Spiel überwiegend positiv. Für Fans aller Merchandise-Artikel der Reihe ist Star Trek Catan eine Bereicherung und sollte daher auch in keiner Sammlung fehlen. (JK)














