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Star Trek Catan

Der Weltraum … Unendliche Weiten … In Star Trek Catan werden die Abenteuer des legendären Raumschiffs Enterprise mit denen der Siedler von Catan vereint. Es gilt eine Welt zu besiedeln, die noch nie zuvor besiedelt wurde.

Im Auftrag der Föderation erschließen die Spieler den Weltraum mit ihren Raumschiffen und bauen Raumstationen in der Nähe wertvoller Planeten. Dort bauen sie wichtige Rohstoffe wie das begehrte Dilithium ab. Doch auch andere Unternehmen sind im Auftrag der Föderation unterwegs. Es gilt also auf der Hut zu sein vor der Konkurrenz – und vor den Klingonen, die den Spielern das Leben schwer machen wollen. Doch mit Hilfe von Captain Kirk und Mr. Spock sollte es ein Leichtes sein, die Gegner in Schach zu halten.

Spielmaterial (Auszug): 19 Planetenfelder, 60 Raumschiffe, 28 Raumstationen, 1 Klingonenschiff, 95 Rohstoffkarten, 25 Entwicklungskarten, 10 Charakterkarten, 18 Zahlenchips, 2 Würfel, Spielanleitung, Almanach.

Für eingefleischte “Trekkies” und Kenner des Original-Spiels “Siedler von Catan” gleicht dieses Spiel der Entdeckung des Gamma-Quadranten und Captain Janeway gleichermaßen. Um diesen Vergleich für Nicht-Trekkies zu übersetzen, bedarf es der Synonyme “Licht” und “Schatten” – in gleicher Reihenfolge. Da die Spielregeln sich 1:1 an den Original-Regeln orientieren, kommt zunächst Freude auf. Die Benennung und Optik der Spielsteine, Karten und selbstverständlich auch des Brett-Layouts wurden komplett überarbeitet und sollen den Charme des Star-Trek-Universums widerspiegeln.

Erscheint ein Studium der Anleitung für Kenner von “Siedler von Catan” nicht notwendig, kann es für Neueinsteiger dennoch zu Verständigungsproblemen kommen. So werden die Raumstationen in der bebilderten Anleitung mit Sternchen gekennzeichnet, dessen Sinn sich unseren Test-Spielern ohne Vorkenntnisse nicht auf Anhieb erschlossen hatte. Und auch die verwendeten Rohstoffe sorgten für einen teilweise stockenden Spielverlauf. Aus den gehandelten Waren Holz, Lehm, Getreide, Erz und Schafe wurden nun Dilithium, Tritanium, Wasser, Sauerstoff und Nahrung. Straßen, Siedlungen und Städte sind nun Raumschiffe in Enterprise-Optik (NCC1701A) sowie kleine und große Raumstationen. Als Ersatz des Räubers dient ein kleiner grüner Klingonen-Kreuzer (Bird of Prey), was ebenso wie die Charakterkarten Aufschluss über die dargestellte Sternzeit gibt – in welcher die Klingonen noch erbitterte Feinde der Sternenflotte waren.

Auch wenn man als Spieler geneigt ist, der Umsetzung in gewisser Weise Respekt zu Zollen – zumal sich, vom Kinofilm einmal abgesehen, in der Star-Trek-Welt nicht allzuviel tut – können die lieblosen Plastikfiguren diesen Eindruck nicht bestätigen. Raumschiffe und Stationen sind schlecht entgratet und müssen zudem noch umständlich auf transparente Sockel gesteckt werden. Die Warp-Gondeln der Enterprise-Spielsteine sind zudem so filigran, dass sie bereits beim Auspacken vereinzelt abbrechen können. Da ein kleines Tütchen mit Ersatzteilen beiliegt, können solche kleinen “Unfälle” jedoch gleich beseitigt werden.

Die Charakterkarten dienen als Hilfekarten und sind ebenfalls aus der Original-Reihe bekannt. Hierbei wurde sowohl die bekannte Enterprise-Crew um Kirk und Spock als auch Nebencharaktere wie Janice Rand, Christine Chapel und Sarek – Spock´s Vater – verwendet. Rand und Chapel sind jedoch grafisch eher “angedeutet” und nur anhand des Namens zu identifizieren. Nett dabei ist die Tatsache, dass Majel Barrett (Dr. Christine Rand) als Ehefrau des Star Trek “Vaters” Gene Roddenberry in allen Star Trek Adaptionen mitspielte. Ihre wohl beeindruckendste Rolle hatte sie in der Rolle der Betasoidin Lwaxana Troi, die in Star Trek – Next Generation häufig für einmalige Auftritte sorgte.

Das Ziel des Spiels besteht darin, 10 Siegpunkte zu erreichen, was mit dem Star Trek Umfeld als Frischzellenkur auf jeden Fall Spaß macht. Abzüglich der wenig überzeugenden Spielsteine und den Schwächen der Anleitung ist das Spiel überwiegend positiv. Für Fans aller Merchandise-Artikel der Reihe ist Star Trek Catan eine Bereicherung und sollte daher auch in keiner Sammlung fehlen. (JK)

Kosmos Spiele | 10+ Jahre | 3,4 Spieler | ca. 75 Minuten | € 36,99 | Bewertung: 4/6 Punkte |

Wenn nicht, dann jetzt

Edgar Rei
Wenn nicht dann jetzt
Rütten & Loening Verlag
ISBN: 978-3-352-00828-3  
Softcover • 240 Seiten • 16,99 Euro
Roman
5/6 Punkte

Das ist kein normaler Urlaub. Das ist eine letzte Chance! Jan Bechstein ist in der Midlife-Crisis. Als Vater einer sechzehnjährigen Tochter ist er ein Versager und als Ehemann eine Vollniete. Das liegt weder an seiner Intelligenz noch an seinem Charme, das liegt einzig und allein daran, dass er die Frau, die er bis heute liebt, vor fünfzehn Jahren hat sitzen lassen: Sergeja. Musikerin (zweites Waldhorn) und Mutter der gemeinsamen Tochter Mia. So richtig hat Jan nie begriffen, was ihn damals geritten hat, und jetzt will Sergeja wieder heiraten. Einen anderen. Und zwar in dem kleinen slowenischen Dorf, in dem damals auch sie sich das Jawort gegeben haben. Ist es zu spät? Auf nach Süden! Dorthin, wo alles begann.

Was auf den ersten Blick wie eine typische Liebesgeschichte mit happy end aussieht, entpuppt sich im Laufe des Buches zu einem, zugegeben sehr witzigen, jedoch auch sehr tiefgründigen Buch. Vater, Generation made „ ich-weiß- nicht-ob-ich-schon-bereit-bin-die Verantwortung-zu-tragen“, trifft auf Tochter Generation „ wir-sagen-offen-und-ehrlich-unsere-Meinung-denn-dazu-sind-wir-erzogen-worden“, doch leider nicht von ihm, sondern von der Mutter. Und so wird Jan damit konfrontiert, dass eine Tochter nach 16 Jahren Desinteresse seinerseits, nicht willens ist, auf heile Vater-Tochter-Beziehung zu machen. Eher muss er sich mit seinen eigenen Schwächen auseinandersetzen und bemerkt plötzlich, dass das Leben mit etwas mehr Verantwortung, zwar oftmals schwieriger aber lebenswerter wird. Dass Fehlentscheidungen Konsequenzen mit sich bringen, ist ein Lernprozess, den während des gemeinsamen Urlaubs nicht nur die pubertierende Tochter, sondern auch der Vater durchleben muss.

Ein Buch, das auch beim Schreibstil so leicht daherkommt, dass man gar nicht bemerkt, wie schwer der Inhalt oftmals trifft. Schade nur, dass das Ende nach den sehr genauen Ausführungen während des gesamten Buches etwas abrupt und kurz gehalten ist. (SB)

Salate leicht, knackig, frisch

Buchcover Salate leicht, knackig, frischMatthias F. Mangold
Salate leicht, knackig, frisch
Kosmos Verlag 
ISBN: 978-3-440-13131-2    
Kochbuch • 144 Seiten • 14,95 Euro
4/6 Punkte

Knackig frisch und voller Vitamine – so liebt man Salat. Am Besten jeden Tag und zu jeder Jahreszeit. Deshalb wandern hier saisonfrische Zutaten in die Salatschüssel. Zarte junge Blättchen im Frühjahr, wenn uns nach Sonne und Wärme hungert. Sonnenreifes Gemüse und Obst im Sommer, wenn es leicht und erfrischend sein soll. Kräftiges wie Kohl und Hülsenfrüchte in der dunklen Jahreszeit, damit uns ein Vitaminkick gesund durch den Winter bringt. Mit viel Wissenswertem drum herum: Dressings und Vinaigrettes, Essig und Öl, essbare Blüten und Wildkräuter und Salatideen für besondere Gelegenheiten.

Knackige, frische Salate – wer freut sich nicht darauf?! Jetzt, wo es endlich wärmer wird, ist ein leichter Salat genau das, worauf man Lust hat. Und Matthias F. Mangold stellt uns in diesem Buch einige besonders leckere Rezepte vor. Doch auch für die kühleren Monate ist gesorgt – da kommen dann die etwas gehaltvolleren Salate auf den Tisch. So findet sich für jeden Geschmack etwas. Von “zart & bunt” über “prall & voll” bis hin zu “kräftig & würzig” sind die Rezepte aufgeteilt. Die Rezepte sind gut und einfach beschrieben und zusätzlich mit besonderen Tipps versehen. Unter dem Motto “das ist wirklich wichtig” werden hilfreiche Ratschläge und Informationen gegeben. Ein schönes Buch, das einen dazu einlädt, neue Salate auszuprobieren und zu genießen. (KK)

 

Die Frucht des Bösen

Buchcover Die Frucht des BösenLisa Gardner
Die Frucht des Bösen
rororo Verlag 
ISBN: 978-3-499-25712-4    
Thriller • 560 Seiten • 9,99 Euro
5/6 Punkte

Familientragödie in Boston. In einer idyllischen Vorortsiedlung hat ein Mann Frau und Kinder ausgelöscht. Einen Tag später wiederholt sich das Grauen.
Die Ermittlungen geben Rätsel auf. Beide Familien waren denkbar unterschiedlich: eine wohlhabend und religiös, die andere im Drogenmilieu bestens bekannt. Wie kann es sein, dass gleich zweimal in so kurzer Zeit etwas derart Grauenhaftes geschehen musste?
Detective D.D. Warren glaubt nicht an Zufall. Und sie sucht verzweifelt nach einer Antwort. Bis sie langsam begreift: Es waren keine Amokläufe. Hier treibt jemand ein teuflisches Spiel.

Wieviel Leid kann eine Person ertragen? Die junge Danielle hat ihre Familie auf unvorstellbar grausame Weise verloren. Ihr Vater hat ihre Mutter und ihre beiden Geschwister ermordet, ehe er sich erschossen hat. Nur sie hat er am Leben gelassen. Danielle wächst damit auf, sich schuldig zu fühlen, weil sie überlebt hat. In einer anderen Familie geschieht dasselbe. Eine Familie wird durch einen Familienangehörigen ausgelöscht. Detective D.D. hat es nicht leicht bei ihren Ermittlungen. Lisa Gardner hat einen wunderbaren Thriller geschrieben, der den Leser mitreißt. Man kann das Buch kaum zur Seite legen, wenn man erst einmal damit angefangen hat. Denn schließlich will man auch als Leser dahinter kommen, was sich hinter diesen Gräueltaten verbirgt. Sehr gut ist die Art der Autorin, wie sie aus Sicht von Danielle, dann aus Sicht von Detektive D.D. Warren und anderen schreibt. Das macht die Geschichte richtig lebendig. Mit hat das Buch sehr gut gefallen! (KK)

 

Tödliche Geschenke

Buchcover Tödliche GeschenkeCarol O’Connell
Tödliche Geschenke
btb Verlag 
ISBN: 978-3-442-75341-3    
Thriller • 416 Seiten • 14,99 Euro
3/6 Punkte

Vor zwanzig Jahren folgte Oren seinem jüngeren Bruder Josh in die dunklen Wälder, die das kleine Städtchen Coventry im Norden Kaliforniens umgeben. Doch zurück kam nur Oren. Von Josh fehlt seitdem jede Spur. Längst hat der örtliche Sheriff den Fall zu den Akten gelegt. Und Oren, den viele für verdächtig hielten, wurde von seinem Vater auf ein entferntes Internat geschickt. Die verschrobenen Einwohner Coventrys scheinen zur Ruhe zu kommen. Doch dann kehrt Oren überraschend in seine Heimatstadt zurück. Und er ist nicht der Einzige, der unvermutet auftaucht

Die Geschichte beginnt düster, menschliche Knochen werden auf der Terrasse eines Mannes abgelegt. Dieser Mann hat den Verdacht, dass es sich um die Knochen seines verschwundenen Sohnes Josh handelt. Josh verschwand in den Wäldern des Ortes. Nun kehrt sein Bruder Oren zurück. Er beginnt, Nachforschungen über seinen verschwundenen Bruder anzustellen. Insgesamt ist die Geschichte gut geschrieben, hat aber im Mittelteil ziemliche Längen, die einem das Lesen erschweren. Mit den Protagonisten wird man nicht so richtig warm, da diese eher nüchtern und kühl beschrieben werden. Der Autorin ist es meiner Meinung nach auch nicht gelungen, richtige Charaktere herauszubilden. Wenn man sich so den Inhalt durchliest, erwartet man einen richtigen Thriller. Allerdings bekommt der Leser eher spannende Unterhaltung geboten. Die einzelnen Bewohner des Ortes Coventry erscheinen reichlich sonderbar, so ziemlich alle, die vorgestellt werden, machen den Eindruck, als hätten sie etwas zu verbergen. Vielleicht sollte das die Spannung schüren – hier wäre weniger aber deutlich mehr gewesen. (KK)

 

Der Insider

Buchcover Der InsiderMichael Robotham
Der Insider
Goldmann Verlag 
ISBN: 978-3-442-31250-4    
Thriller • 544 Seiten • 14,99 Euro
6/6 Punkte

Als der ehemalige Polizist Vincent Ruiz eines Abends in einer Londoner Bar beobachtet, wie eine junge Frau von ihrem gewalttätigen Freund bedroht wird, muss er eingreifen. Doch obwohl er Holly Knight für die Nacht Unterschlupf bietet, ist sie am nächsten Morgen verschwunden – und mit ihr einige wertvolle Gegenstände. Bei dem Versuch, sie aufzuspüren, stößt er nur auf Hollys Freund, der brutal ermordet wurde. Ruiz steht vor einem Rätsel: In welche Machenschaften ist Holly Knight verstrickt? Zur gleichen Zeit spürt der berühmte Journalist Luca Terracini einer Serie von Banküberfällen in Bagdad nach. Dass zudem immer wieder große Summen an wichtiger Wiederaufbauhilfe verloren gehen, könnte damit in direktem Zusammenhang stehen. Luca macht sich auf die Suche nach der Wahrheit – ein gefährliches Unterfangen, das ihn bis nach London zu Vincent Ruiz führt.

Wieder einmal mehr gelingt es dem großartigen Autor Michael Robotham, dem Leser mehr als spannende Lesestunden zu verschaffen! Im Vordergrund steht diesmal nicht Joe O’Loughlin, sondern der Ex-Polizist Vincent Ruiz. Er wird durch Zufall in eine mehr als dubiose Angelegenheit hineingezogen, die sich als weitaus größer erweist, als anfangs vermutet. Michael Robotham beschreibt unterschiedliche Handlungsschauplätze und Personen, die gegen Ende jedoch alle zusammenführen und irgendwie zusammenhängen. Man hat als Leser aber zu keiner Zeit das Gefühl, den Faden zu verlieren, und das ist dem erstklassigen Schreibstil sowie der wunderbar durchdachten Story zu verdanken! Selbst wenn man bisher noch kein Buch mit den Hauptakteuren Joe O’Loughlin und Vincent Ruiz gelesen hat, kommt man sehr gut klar. Es wird nicht allzu viel Bezug auf Geschehnisse in der Vergangenheit genommen. Vielmehr ist es eine abgeschlossene Handlung, in denen die Personen wieder vorkommen. Die Charaktere Ruiz und O’Loughlin wirken echt, menschlich und vertraut. Bitte mehr davon!  (KK)

 

Assassin’s Creed Revelations


1. Information

Seit dem 01. Dezember 2011 steht der nunmehr dritte und damit letzte Teil der Geschichte um Ezio Auditore da Firenze in den europäischen Verkaufsregalen. Für das Finale soll Ubisoft das Gameplay verbessert und um einige Funktionen erweitert haben. Taugt das was? Der Test gibt Ihnen Antworten.

2. Story

Die Geschichte um Ezio den Meisterassassinen und Desmond Miles geht direkt dort weiter, wo sie in AC:Brotherhood endete. Desmond befindet sich im Koma und wurde erneut mit dem Animus verbunden. Dort muss er sich zunächst mit dem ersten Animus-Trainingsprogramm zufrieden geben und begreifen, in welcher Situation er sich befindet. Glücklicherweise befindet sich der gefangene Geist von „Subjekt 16“ ebenfalls dort. Durch ihn bekommt Desmond einen Weg aufgezeigt, um seinen Geist und Körper wieder zusammenführen zu können.

Leider erweist sich das als etwas schwierig, da der Animus beide Protagonisten als Schadprogramme betrachtet und zu löschen versucht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

Und so kommt es, dass Desmond sich erneut den Erinnerungsknoten seines Urahns Ezio Auditore widmen muss. Dieser ist nun 52 Jahre alt, hat alles erreicht und stellt sich die Frage nach seiner weiteren Bestimmung. Sein Weg führt ihn erneut zur ehemaligen Assassinen-Festung in Masyaf, die von Templern durchsucht wird. Ezio macht mit mehreren Templern kurzen Prozess und kann auch deren Hauptmann töten. Dieser erzählt ihm noch vor seinem Tod von einer unterirdischen Bibliothek, die sich innerhalb der Festung befindet und durch 5 Schlüssel gesichert ist. Und so kommt es, dass sich Ezio aufmacht, diese 5 Schlüssel zu suchen, nicht wissend, welches Geheimnis sich hinter den Toren der Bibliothek befindet…

Weiterlesen

Terror

Martin Maurer
Terror
Dumont Buchverlag 
ISBN: 978-3-8321-6191-0      
Thriller • 384 Seiten • 9,99 Euro
6/6 Punkte

Der Kameramann Marc Burth fährt mit seiner Familie in ein italienisches Bergdorf. Schon bald beunruhigen ihn merkwürdige Vorkommnisse. Eines Nachts findet er im Nachbarhaus einen Marokkaner, fast totgeprügelt – nach Aussage des Opfers von Polizisten. Marc ist seine einzige Hoffnung. Er recherchiert und kann nicht fassen, worauf er stößt: ein staatliches Terrornetzwerk, in das auch deutsche Politiker involviert sind.

Gleich vorweg: dieses Buch ist starker Tobak und wird den Leser nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. Mit Beginn des Lesens wird man zum einen von einem spannend geschriebenen Thriller, der so atemberaubend geschrieben ist, dass man die Nacht zum Tag macht, gefesselt. Zum anderen identifiziert man sich unweigerlich mit der Hauptperson des Buches, Marc Burth, und steht den Vorkommnissen, der Brutalität, der Menschenverachtung und dem Terror gegenüber. Terror, der real existent ist, der geduldet, erschaffen und erwünscht ist, damit die Demokratie gesichert werden kann. Doch zu welchem Preis?

Die Frage, wie weit eine Demokratie um der Demokratie Willen gehen darf, ist die Grundfrage des Buches und beschäftigt den Leser auch nach Beenden des Buches noch lange weiter.

Dass man als Leser unweigerlich denkt, welcher Mut dahinterstehen muss, wenn ein Autor endlich einmal offen über staatlich finanzierten Terror berichtet, ist innerhalb einer Demokratie ja schon grenzwertig!

Dieses Buch ist ein Muss!!! (SB)

 

Die Fälscherin

Julia Freidank
Die Fälscherin
Marion von Schröder 
ISBN: 978-3-547-71167-7     
Historischer Roman • 432 Seiten • 14,99 Euro
5/6 Punkte

Das Lazariterspital in Jerusalem ist die Hölle, in welche die Aussätzigen verbannt sind. Auch für die junge Blanka endet der Zweite Kreuzzug hier. Sie wird zum Sterben zurückgelassen. Jahre später, wieder in Bayern, ist Blanka geheilt. Als ihr Vater erkrankt und Blanka ihr Erbe zu verlieren droht, muss sie im Krieg der beiden größten Mächte des Mittelalters Partei ergreifen. Um ihre Familie und ihren Herrn zu schützen, fälscht sie im Auftrag Ottos von Freising Urkunden. So wird sie zur heimlichen Kämpferin gegen die aufstrebenden Wittelsbacher. Bis sie sich in Ortolf verliebt, den gefährlichsten Ritter ihrer Feinde.

Die junge Blanka erkrankt in Jerusalem am Aussatz und soll daher im dort ansässigen Lazarushospital zurückgelassen werden. Die Überlebenschancen dort sind nicht nur wegen der fast immer tödlichen Erkrankung gering, auch an Hygiene und Medizin mangelt es. Während ihre Familie sich daher vom Hospital fernhält, erhält sie Unterstützung des Bischofs Otto von Freising, dem Lehnsherrn ihres Vaters. Dank seiner Hilfe überlebt Blanka und kann nach Bayern zurückkehren. Als Dank dafür, dass sie geheilt wurde, wird Blanka ins Kloster gegeben. Doch mit 15 Jahren fühlt sie sich dort sehr unwohl. Die Alternative wäre zu heiraten, doch da erkrankt plötzlich Blankas Vater. Er bittet sie, ihrem Bruder bei zu stehen, damit sie ihre Besitztümer behalten können. Es beginnt ein Tauziehen um den Besitz. Darf die Kirche über weltliche Güter bestimmen? Ausgerechnet in den Reihen der Feinde begegnet Blanka einem Ritter, in den sie sich verliebt. Dank ihrer Fähigkeiten, Schriften identisch zu kopieren, erhält sie die Aufgabe von Bischof Otto, Besitzurkunden nicht nur zu dessen Nutzen zu fälschen. Auch Blanka profitiert davon. Aber gleichzeitig wendet sie sich damit gegen ihre Liebe.

Von der ersten Seite an fühlt man sich ins 12. Jahrhundert zurückversetzt. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Zeit so authentisch wie möglich zu beschreiben. Eben durch die detailreichen Schilderungen und Beschreibungen der Figuren fühlt man sich mitten ins Geschehen hineingezogen. Leider hat die Detailverliebtheit der Autorin auch dazu geführt, dass man an einigen Stellen den Überblick vor lauter Rittern, Grafen und Bischöfen verliert.

Fazit: ein interessanter, historischer Roman, gut recherchiert und farbenfroh. Absolut empfehlenswert!! (SB)

 

Fotografieren lernen Band 3

Cora Banek, Georg Banek
Fotografieren lernen Band 3
dpunkt.verlag 
ISBN: 978-3-89864-700-7
Hardcover • 254 Seiten • 29,90 Euro
Fotografie
5/6 Punkte

Die auf drei Bände ausgelegte Reihe »Fotografieren lernen« vermittelt dem Fotografiestudenten und interessierten Amateurfotografen sowohl das nötige Fachwissen in den Bereichen Technik, Gestaltung und Nachbearbeitung als auch dasVerständnis für die großen Zusammenhänge in der Fotografie.

Der vorliegende dritte Band behandelt die digitale Bildbearbeitung. Die Autoren erläutern zunächst die Grundlagen digitaler Bilder und geben dann einen Überblick über Hard- und Software sowie Tipps für einen strukturierten Bearbeitungsworkflow. Anschließend werden die zahlreichen Funktionsweisen, Werkzeuge und Bearbeitungstechniken softwareübergreifend dargestellt. Zu jedem Aspekt wird das passende Werkzeug bzw. die Menüoption für die Programme Adobe Photoshop, Adobe Photoshop Elements, Corel PaintShop Pro, Gimp, Apple Aperture, Adobe Photoshop Lightroom sowie Adobe Camera Raw angegeben. Bei besonderen Anwendungen wird auch auf speziellere Software hingewiesen.

Die beschriebenen Arbeitsschritte werden in Form ansprechender Vorher-Nachher-Fotos illustriert und durch Infografiken ergänzt. So wird die Lektüre zu einem visuellen Vergnügen und motiviert zum Nachahmen und Loslegen. Die klare sprachliche Form erleichtert das Verständnis.

Zum Abschluss der dreibändigen Reihe “Fotografieren lernen” (Band 1: Die technischen Grundlagen, Band 2: Bildgestaltung und Bildsprache) ist nun folgendes Thema Gegenstand eines ausführlichen Bandes: Bildbearbeitung und Präsentation.
Auf Basis von durch die Autoren gestellte Fragen werden die Antworten plausibel dargelegt. Eben diese Antworten bilden den roten Faden für dieses Buch.
Es wird das komplette Spektrum betrachtet. So werden die Grundlagen von Dateien, Formate, Bildauflösungen bis zu Farbpaletten eingehend besprochen. Doch neben diesen elementaren Grundlagen werden auch die unterschiedlichsten Bildbearbeitungsprogramme (egal, ob kostenpflichtig oder kostenlos) betrachtet. Als Konsequenz daraus ergibt sich logischerweise die richtige Windrichtung eines entsprechenden Bildbearbeitungsarbei
tsplatzes. Aber damit nicht genug, denn final werden in diesem Band alle grundlegenden Möglichkeiten vermittelt, die man in einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm abhandeln kann. Ein krönender Abschluss einer fundierten Buchreihe. (PK)

 

Das Syndikat

Fran Ray
Das Syndikat
Bastei Lübbe 
ISBN: 978-3-404-16630-5    
Thriller • 479 Seiten • 8,99 Euro
6/6 Punkte

San Diego: Ein friedfertiger Familienhund wird plötzlich zur reißenden Bestie.

Brüssel: In einem Restaurant detoniert eine Bombe. Unter den Toten ist ein Journalist, der zuletzt für die Enthüllungsplattform LANZELOT gearbeitet hat.

Afghanistan: Eine Söldnergruppe hat ein schreckliches Massaker verübt. Wenige Monate später ist nur noch ein Soldat am Leben.

Die junge Journalistin Karen Burnett glaubt nicht an Zufall. Ihre Zweifel bringen sie auf die Spur einer rätselhaften Verschwörung und sie selbst schon bald in höchste Gefahr …

Das Cover des Buches lässt die Frage aufkommen, warum Ameisen von einer einzelnen Lampe beleuchtet werden. Diese Frage führt letztendlich auch zur Kernfrage des Buches hin: warum schaffen es Ameisen, ohne Führungskräfte organisiert und gruppendynamisch zusammenzuleben? Und warum schaffen wir Menschen dies nicht, oder noch nicht?

Das Syndikat ist ein Thriller, der seit langem wieder richtig Lust auf deutsche Autoren macht. Spannend, rasantes Tempo, teilweise so schnell, dass man das Gefühl hat, sogar beim Lesen nicht mehr richtig mitzukommen, interessante Personen, vor allem die Hauptperson Karen Burnett, Journalistin, psychisch angeschlagen ist wunderbar angelegt und sehr ehrlich. Der Inhalt des Buches macht Angst und nachdenklich. Ist es tatsächlich möglich, dass Profitgier so weit führt, dass Menschen bewusst Epidemien in Kauf nehmen, nur damit der eigene Geldbeutel dicker wird? Und wird dies bewusst von Politikern unterstützt? Angesichts des Verlaufes der Schweinegrippe vor einigen Jahren, bekommt man beim Lesen ein flaues Gefühl in den Magen und frägt sich unwillkürlich, wieviel Fiktion das Buch überhaupt noch vermittelt?

Absolut empfehlenswert!! (SB)

 

Das elfte Gebot

Thomas Bodström
Das elfte Gebot
Heyne Verlag 
ISBN: 978-3-453-26670-4    
Thriller • 400 Seiten • 12,99 Euro
3/6 Punkte

Schweden hat einen neuen Shootingstar: Carlos Fernandez, ein junger, überaus eloquenter Politiker mit Migrationshintegrund, der sich über alle Parteigrenzen hinweg großer Beliebtheit erfreut. Als Fernandez eines Tages vor seiner Haustür erschossen wird, ist die Nation geschockt. Kommissarin Susanne Dahlgren wird mit dem Fall betraut. Ihr zur Seite steht der Anwalt Matthias Berglund. Beide sind überzeugt, dass der Tat ein politisches Motiv zugrunde liegt, doch dann weisen ihre Ermittlungen in eine Richtung, mit der niemand gerechnet hätte.

1986 wurde Olof Palme, 2003 die Politikerin Anna Lindh in Schweden ermordet. Diese beiden Morde hatten den Autor, der selbst jahrelang Justizminister war, zu dem vorliegenden Buch inspiriert. Die Grundidee des Buches greift demnach auch ein Thema auf, das in Schweden ebenso brisant ist wie im restlichen Europa: der Rechtsextremismus, Migrantenströme und Politiker, die sich an dieses Thema nicht herantrauen.

Dieses Thema, gepaart mit dem Hinweis „Thriller“, lässt durchaus nach diesem Buch greifen. Und auch der Schreibstil lädt zum Lesen ein: lebendig, gut beschrieben und interessante Personen. Doch leider kratzt der Autor nur an der Oberfläche der Problematik und lässt aus einem Politikum eine seichte Geschichte werden, die höchstens als zwischenmenschliches Drama bezeichnet werden kann. (SB)

 

Bleiernes Schweigen

Patrick Fogli, Ferruccio Pinotti
Bleiernes Schweigen
Aufbau Verlag 
ISBN: 978-3-351-03387-3  
Roman • 616 Seiten • 22,99 Euro
6/6 Punkte

Der Zufall macht die Journalistin Elena und ihren Schwiegervater Adriano 1992 zu Zeugen des Attentats auf den Richter und erbitterten Mafiagegner Borsellino. Ihre folgende Recherche lässt sie in einen Abgrund blicken, in dem Staat, Mafia und Hochfinanz sich Macht und Geld teilen. Kurz darauf stirbt Elena bei einem Autounfall, Adriano überlebt nur knapp. Zehn Jahre später erwacht Elenas Witwer durch den gewaltsamen Tod einer Richterin aus seiner Lethargie und beschließt, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Doch die ist wie Treibsand: Sie ist nicht zu fassen und verschlingt alle, die ihr zu nahe kommen.

Ist dieses Buch tatsächlich ein Roman oder ist es ein hervorragend recherchiertes Sachbuch, das in Romanform auftritt? Ich denke letzteres ist der Fall und macht dieses Buch dadurch zu etwas Besonderem.

Selten habe ich ein Buch gelesen, das eine solche Fülle an Fakten in so flüssiger und kurzweiliger Form vermitteln konnte. Basierend auf drei Hauptsträngen verstehen es die Autoren, dem Leser einen tiefen Einblick in die Machenschaften der Mafia, aber auch in die Mentalität der Italiener und deren Politik zu geben. Da wäre zum einen die Verbindungen der Cosa Nostra zu den italienischen Geheimdiensten, dadurch natürlich auch zur Politik im Allgemeinen. Hier haben die Autoren es geschafft, sehr detailliert alle Zusammenhänge, die seit Jahrzehnten bestehen, aufzulisten. Dass es ein Politiker wie Berlusconi so lange so einflussreich in Italien sein konnte und wie er überhaupt zu dieser Machtposition kommen konnte, wird aufgrund dieses Buches sehr deutlich und klar.

Dadurch liegt nahe, auch auf die Geldbeschaffungsmaßnahmen der Mafia einzugehen. Waren es früher ausschließliche illegale Machenschaften wie Waffenhandel, Drogen und Erpressung, ist es mittlerweile durch die immense Verflechtung von Mafia und Staat nicht mehr möglich, legale und illegalen Geschäfte auseinanderzuhalten.

Wer dieses Buch gelesen hat, wird das politische Geschehen in Italien mit anderen Augen sehen. Sehr gut ist auch, dass der Roman ein sehr umfangreiches Nachwort beinhaltet, da viele Erklärungen, Quellenangaben und Übersetzungen oftmals nötig sind. Für Leser, die sich mit aktueller Politik auf angenehme Lese-Weise beschäftigen wollen, absolut empfehlenswert. (SB)

 

Apocalypsis

Mario Giordano
Apocalypsis
Lübbe Audio
ISBN: 978-3-7857-4646-2
Inszenierte Originalfassung • 14,99 Euro
4 MP3 CDs • ca. 1.034 Minuten
Spannung • 5/6 Punkten

»Auf der Via della Conciliazione regiert das Chaos. Auf den Straßen liegen Leichen und Trümmerteile.
Augenzeugen berichten von einem gleißenden Lichtblitz, der die Kuppel des Petersdoms zerfetzte.
Über die Hintergründe dieses verheerenden Anschlags lässt sich zur Stunde nichts sagen, auch nicht über das Schicksal der hundertsiebzehn Kardinäle, die sich zum Konklave versammelt hatten. Klar ist im Augenblick nur eines:
Der Vatikan existiert nicht mehr.«

Mario Giordano ist bisher eher dafür bekannt, dass er Kinderbücher veröffentlicht. Anscheinend hat seine Kreativität ihn dazu gebracht, nun ein weiteres Genre zu bedienen, in dem sich unter anderem bereits Dan Brown tummelt. Und diese Entscheidung war gut. Denn dieses Hörbuch, eine inszenierte Fassung, ist ein wahrer Hörgenuss und eine Bereicherung für alle, die dieses Genre lieben. Nie langweilig, dafür umso rasanter und spannend nimmt uns der Autor mit auf eine Reise in den Vatikan mit all seinen sagenumwobenen Geheimnissen. Ein tolle Serie, bei der zu hoffen bleibt, dass diese in die zweite Runde gehen wird. Denn verdient hat sie es. (PK) 

Der Tod ist ein bleibender Schaden

Eoin Colfer
Der Tod ist ein bleibender Schaden
List Verlag 
ISBN: 978-3-471-35073-7   
Roman • 288 Seiten • 14,99 Euro
4/6 Punkte

Es hätte alles so schön werden können. Dan McEvoy, knallharter Türsteher und Exsoldat, hat soeben neue Haare transplantiert bekommen. Jetzt klappt‘s auch mit Connie, der heißen Hostess im verruchtesten Club von New Jersey. Doch dann wird Connie mit Loch im Kopf und mausetot aufgefunden. Die Bullen verdächtigen Dan. Der hat ausnahmsweise eine weiße Weste. Das kann er sogar beweisen. Und weil Dan ein Meister der Fettnäpfchen ist, geht dabei alles so richtig schön schief. Die Mafia hat‘s auf ihn abgesehen und fackelt ihm fast den teuren Haarschopf ab. Doch ob mit oder ohne Haare, Dan will Connies Mörder finden.

Wer englischen, trockenen Humor liebt, wird auch diesen irischen Gangsterroman lieben. Da weiß der Protagonist Dan McEvoy in brenzligen Situationen nicht, was ihm mehr Sorgen macht: eine Frau, die auf seine gesamte Männlichkeit zielt oder seine scheidende Haarpracht, die er mit Hilfe eine Haartransplantation retten will.

Da „dealt“ der Psychotherapeut mit Therapeutika, um sich ein geruhsames Leben finanzieren zu können und muss dann jedoch verschwinden, um nicht von der Mafia getötet zu werden. Innerhalb kürzester Zeit, schafft es der Autor, Sex, Drugs and more unter zu bringen und dies alles, ohne dass der Leser weiß, worum es im Grunde geht. All dies ist eingebettet in eine derbe Sprache, die dem Leser zudem vermittelt, dass es sich hier um harte Kerle handelt, die einen weichen Kern in sich tragen.

„Der Tod ist ein bleibender Schaden“ ist ein witziges Buch, das durchaus unterhaltsam ist. Mir persönlich war die Story jedoch zu flach und die Handlungen zu schnell aufeinander folgend, so dass das Lesen teilweise leicht ermüdend war. Schade, denn der Ansatz über einen schnoddrigen „Ermittler“, der unverschuldet selbst ins Zentrum der Ermittlungen gerät, hätte durchaus Potential gehabt. So blieb es ein durchschnittlicher Roman. (SB)